PHILOSOPHIE

WURZELN+WEG
NATUR + MENSCH- ELEMENTE
Seit einigen Jahren beschäftigen mich die Themen - Mensch, Natur, Haut , Vier Elemente, Kreuzigung.
Gerne male ich in der Natur oder verarbeite die Eindrücke im Atelier.
FEUER, WASSER, LUFT, ERDE
Am Meer regeneriert meine Haut, Licht für Geist Seele/Leib, daher liebe ich das Wasser – die Quelle des Lebens.
Die Farben entstammen meist der Natur, oft dem Farbspektrum der Haut.
Altar

Mit Bildern, Installationen re-agiere ich direkt auf meine Umwelt, mein Gegenüber .
Da an jedem Ort, an dem ich bin, den ich bereise, mich die Erde trägt, male ich meist mit Erdpigmenten oder gestalte mit Naturalien Materialbilder.
VERGÄNGLICHKEIT

Meereswogen, die Bilder beenden, gelegte Steine im Sand , die sie bewegen.
Mich interessiert in meiner LAND ART die Vergänglichkeit, Spuren, die die Zeit hinterlässt:
So ver-änderte sich der aus Naturmaterialien gebaute Altar der Religionen, wurde wieder zu Erde.

KUNST ZU DEN MENSCHEN BRINGEN
KUNST WIRKEN LASSEN VOR ORT

Mich interessieren Orte auch außerhalb der Museen und Galerien. Ich stelle dort das aus, was mich auf Reisen inspirierte, was mich im Kontakt mit Menschen prägt. Gesichter.Geschichtetes. Gerüche, Gezeiten, Licht. Somit ein Überbringen von Eindrücken eines Ortes zu einem anderen. Ein Kreis des Nehmens und Gebens.

PERFORMANCES
Menschen sich begegnen lassen, an atmenden Orten.
Was ist Kultur? Mulitmediale Identität. Individualgeschichte, Familiengeschichte, Sozialgeschichte. Identität ist ein Cross-over zwischen Natur- und Kulturgeschichte.
Wie lebt, wie arbeitet ein Mensch?
Kultur unterscheidet Menschen. Kulturelle Bildung und interkulturelle Verständigung können auch über Kunstformen wie Tanz, Malerei, Musik geschehen.
Ausdruckstanz

Der landestypische Ausdruck der Lebenserfahrungen in Schrift und Tanz fasziniert mich auf meinen Reisen. Auch die Studien in Japan prägten meine kalligrafische Linienführung, wobei Noh-Theater und Butho-Aufführungen mich zu eigenen Performances inspirierten.

Haut als Medium zwischen Innen und Außen
Häutungen
Vergangenes-Erneuerung
SchalenSchutz
Zeit im Raum erfahrbar machen
Nähere ich mich der Form
Annäherung an mein Ich
Trotzdem:
Ein in Sich-Sein der Bilder
Unterdrückte Duldende
Schuldige neben Befreiung
Aufschrei
Assoziationen werden zum Inhalt
Linien vergewaltigen nicht
Lebensvollzug gebiert Malerei
Kein in Form pressen
Gleichschalten von Befindlichkeiten
Die Form fällt zu
Und paart sich mit Konzentration
„ mit beiden Flügeln fliegen“ (Max Ernst)
„ Durch ständige Kontrolle im Prozess des Vorstellungsbildes
wird der Zufall gelenkt.“ (Rudolf Arnheim)

Welche korrelativen Momente sind am Werk, wenn verschiedene Künste aufeinander treffen? Wie können wir Kunst schaffen, die in einem spirituellen Gesamterleben gipfelt ? Kunst als Lebensmittel

KUNST UND RELIGION

Für mich schließen sich beide nicht aus, vielmehr sollten sie sich be-fruchten. Auch bei dieser Thematik gehe ich in meinen Bildern nicht gegenständlich vor. Bilder sollten polyvalent bleiben.

Ich bin nicht der Ansicht, dass Religion für die kontemplative Selbsttranszendenz zuständig ist, dass Kunst dabei „gestalten, dekorieren“ darf und die Philosophie vernunftbezogen reflektiert (Vgl. F. Mennekes: Künstlerisches Sehen und Spiritualität). Dies ermöglicht sich m.E. nur, indem ein spirituelles Erleben gemeinsamen Boden schafft.

Sprache und Bild allein ermöglichen eine unzureichende Durchdringung, nach Mennekes. Dem stimme ich zu und daher plädiere ich seit längerem für eine Interaktion von Bildhaftem, Wort, Klang, Stimme, Körperskulptur.

Kreuz

„Cognitio und experimentalis“ (Konkretes/Einmaliges) sind nicht beliebig wiederholbar, sagt er, genau deshalb gehe ich von einem im Moment geborenen Ereignis aus, was nicht nur dialogisch geschieht, sondern, wenn man so will, polylogische Wechselströme vernetzt, die wiederum ihrerseits aufeinander reagieren. Der Mensch erfährt dadurch neue Impulse, gibt sie weiter, tritt also in echte Kommunikation – spendet Gemeinschaft, und dies wollte Urkirche doch – „communio“ spenden.

Was Mennekes „gnadenhaftes Geschehen“ nennt, nenne ich nach Klaus Otte „göttliches Urspringen“.
Mennekes Triade des Verstehens ist nachvollziehbar: Zuerst vollzieht sich die Konzentration, ein geistiges Bewusstsein richtet sich auf ein bestimmtes Werk. Was ist dies an sich für mich?
Danach folgt die Stufe der Meditation, auf sie läuft die Konzentration hinaus, durch meine passive Versenkung bin ich außer- mir, erwache wieder und erkenne erst dann. Darauf folgt die Kontemplation, die Ereignisse aller meditativen Versenkung, eine Art Reflexion, durch Erfüllung in der Ekstase versinkt meine Seele in ein Empfinden für das Göttliche, ich erkenne... wie ich erkannt bin.
Zeichnung

Auch wenn ich diese Stufen schlecht trennen mag oder kann, so ist dies gewiss abhängig davon, wie schnell sich eine Person in ein Geschehen versenken kann, abhängig also von ihrem Bewusstseinszustand. Es ist mein Anliegen, ästhetische Bedingungen zu kreieren, in denen/durch die der Mensch sich „lassen“ kann, sein kann.

- Viele finden das z.B. beim Yoga, was ich seit einigen Jahren auch praktiziere, oder im kreativen Tanz (den ich bei meiner Schwester Eva-Maria Kagermann in der Lehmkuppel genieße,) beim Singen (dessen Stellenwert ich neu erleben lernte bei meinem Schwager, dem Musiker Thomas Kagermann), bei spirituellen Nächten (die mein Vater Klaus Otte mit vielen befreundeten Musikern feiert).
Wenn ich genau überlege, prägen die Eltern einen ganz schön, meine Mutter mit ihrem Interesse für Kunst, ihren Ideen für ganzheitliche Events, und dem lebenslangen Mutmachen.
Mein Mann, meine Muse, ein reisender Bibliomahn, lehrte mich sein Land, seine Bücher und Bilder lieben.
Was Muttersein bedeutet, verstehe ich seit ich selber ein Kind habe. Mein Vater inspirierte mich mit seiner interreligiösen Theologie, seiner charismatischen Gabe und seiner ansteckenden Reiselust, das Fremde zu entdecken. –
Zeichnung

„Lassen wir uns sein“, so habe ich es mitbekommen. Achten wir uns und kümmern wir uns um einander. Verbinden wir das, was dem Körper, dem Atem , dem Geist, den Augen, den Ohren gut tut, dann sind wir doch ge-löster, freier, schweben über dem Boden, sind dem Glück so nah.
Ein Fisch mit Aszendent Wassermann bin ich.
Und: Dem Kreuz folgt die Auferstehung. Es gibt das Leiden, aber auch immer wieder seine Überwindung.

MEINE BILDER

In meiner Kunst, die ich in Teilen schon christologisch zentriert nenne, nimmt der Betrachter gewiss ein existentielles Ringen wahr, mit Tönen des Hautfarben-Spektrums arbeite ich vornehmlich. Der kalligrafische, schwarze Strich beendet meist neben dem des Graphits und setzt Akzente. Dabei ist das Weiß des Blattes/der Leinwand, von dem/der ich ausgehe und was ich zu Teilen gerne „lasse“, für mich das Nicht-Aussprechbare, das Ge-nichtete, das Ge-lassene, das Lassende, die Ruhe für das Auge, die Seele, bildet den Kontrast zur Farbfläche, ist, wenn man so will, Symbol für den göttlichen Urgrund.
Mein Anliegen ist auch das KÖRPERhafte, es so zu abstrahieren, dass kein Proportionsgesetz oder geometrisches Farbfeld zu prüfen bleibt.
Kreuz
Dies ist nicht mehr hilfreich in einer seelengerüttelten Postmodernität,
deren Menschen nach Nahrung lechzen.


Es geht mir auch nicht um visuelle Orientierungs- und Vorstellungshilfen, die den Menschen vom alltäglichen Sumpf ablenken sollen. Sicher , wie Steinbrenner formuliert, ist die ethische Dimension der Kunst heute die vorstehenste, aber sie kann m.E. nur durch ein Ereignis, das den Menschen völlig einnimmt und mit allen Sinnen verstrudelt, erreicht werden.


Ich kann einen Torso hinstellen, drapieren, mich um textile Umhüllungen, Verhäutungen kümmern, Kartons in Spannung zu Leinwänden setzen. Dann erreiche ich eine Dialektik. Es geht aber doch weniger um intellektuelles Erkennen, als um Er-griffen-Sein, dann begreife ich doch erst ?!
„ Je mehr ich mich in der äußeren Gestaltung zurücknehme, desto deutlicher wird der innere Kosmos der Kontemplation“, hört man von Rothkos und Graubners. „Innenschau halten“, wie Antonio Tapies versucht Spiritualität freizusetzen, nur bleiben sie leider an der Wand!
Sie muss zum Körper, zur Bewegung, zum Klang, muss den Menschen treffen, in seinen Befindlichkeiten.
Detail aus Kreuz

Und lernt mit ihnen, auch keine Zerrbildvideoanimationen in pink-türkisem Geflirre, von Synthesizerklängen willkürlich ins Leben gerufen, animiert – (wo bleibt die anima ?) und wieder verloren. Wo parken diese Dekomuster ? Sie verpesten in ihrer Schnelligkeit unser Hirn, das in dieser Bilderflut zum Mülleimer wird. Das schafft unsere Seele nicht. Schaut euch die Jugend an. Ich probierte mit diesen actionfilmgenährten Kids Bildbetrachtungen. Es geht, wenn man nur will, und mit ihnen lernt wie es geht. Ein hartes Stück Arbeit, vielleicht die Wichtigste heute.

Ignatius von Loyola plädiert für die „Anwendung der Sinne“. Also los geht’s! Es gibt von einigen Gegenwartskünstlern, z.B. Schweißtucharbeiten, sie kombinieren oft die Auffassung, dass nur in der Distanz zu den Kirchenmenschen Kunst heute leben , entstehen kann. Diese Auffassung überrascht mich nicht. Zu glauben ist nicht in. Pflege des eigenen Images eher.

Ich beanspruche für mich auch religiöse Themen zu bearbeiten, weil mich mein Glaube durchgreift, weil er mich drängt. Das Thema Kreuz zu ver/be-arbeiten, um Gott näher zu kommen, weil ich es malen lasse in Momenten göttlicher Nähe, zuweilen auch Ekstase – nicht minder oft am Meer.
Detail aus Kreuz
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